„Off-Road Aktiv ’99“

Im Marktsegment der Geländewagen ist ein Auseinanderdriften der „Hardliner“ und der „Softdriver“ zu beobachten. Interessant ist in diesem Zusammenhang unter anderem der Anteil von nur rund fünf Prozent der Off-Road-Fahrzeuge, die auch tatsächlich abseits befestigter Straßen eingesetzt werden. Dennoch, die Zulassungszahlen von Off-Road-Fahrzeugen waren im vergangenen Jahr so gut wie noch nie.

Nicht weniger als 82.704 neue Geländewagen weist die Statistik des Kraftfahrtbundesamtes für 1998, immerhin ein Plus von 28,3 Prozent. Zum Vergleich: Der Pkw-Gesamtmarkt wuchs im Vergleichszeitraum lediglich um knapp sechs Prozent.

Kein Wunder also, daß auf dem etwa 70.000 Quadratmeter großen Areal der „Off Road Aktiv ’99“ in Bad Kissingen Ende April bzw. Anfang Mai viele Aussteller vertreten waren, die Geländewagen, Tuning und Zubehör präsentierten.

Statt chromblitzender Stände in riesigen Teppich-ausgelegten Hallen gab es dabei wesentlich mehr echtes Outdoor-Feeling als noch bei der letztjährigen „Off Road International“ (IOR ’98) auf dem neuen Münchener Messegelände. Denn das Gelände, auf dem die Ausstellung durchgeführt wurde, bot auf waldumrandeter grüner Wiese quasi Freifläche pur. Was es hier aus dem Bereich der Räder und Reifen zu entdecken gab und einen Überblick über die Off-Road-Pneus der verschiedenen Hersteller finden Sie in Heft 5/99.

Bridgestone Potenza RE720

Quasi gleichzeitig mit der erst kürzlich erstarkten amerikanischen Konkurrenz stellte nun auch der Reifenhersteller Bridgestone im Bereich der „High Performance Pneus“ ein neues, speziell für den Ersatzmarkt entwickeltes Modell vor. Zur Präsentation des aktuellen Potenza RE720 hatte man eigens in das firmeneigene Technical Center Europe (TCE) nahe Rom geladen, denn im Segment der sportlichen Reifen hat man mit ihm Großes vor. In der Produkthierarchie etwas unterhalb des Potenza S-02 Pole Position angesiedelt, zielen die Japaner mit dem Newcomer eigenen Aussagen zufolge vor allem auf die Käuferschichten ab, die ihr Interesse bei Reifen auf Image und Leistungsfähigkeit während der gesamten Lebensdauer ausrichten.

Das mache den Reifen, der nach und nach den 1994/95 eingeführten Vorgänger B530 ersetzen soll, speziell für Besitzer von sportlichen Limousinen, Coupés, GTIs und getunten Fahrzeugen interessant, und damit positioniert man den neuen Reifen gegen Wettbewerber wie Michelins SX-GT, Pirellis P5000 Drago oder den Eagle Ventura von Goodyear. Alle gängigen Dimensionen des 720ers sind laut Angaben des Unternehmens bereits jetzt verfügbar, und die gesamte Palette – alles in allem 25 Größen der Serien 60 bis 40 mit den Geschwindigkeitsindizes H, V und W – soll spätestens Ende März bzw. Anfang April komplett sein.

Der Potenza RE720 kann dabei mit vielen Features aufwarten. Am auffälligsten ist dabei das Profildesign des neuen Reifens. Die abgerundeten Profilblockecken mit der in Anlehnung an die Front eines Formel 1-Fahrzeuges „Racing Car Nose shaped Block Design“ getauften Form.

Reifentests bei Semperit

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Inzwischen gibt es zahlreiche Tests für alle Art von Produkten, die dem Verbraucher einen Überblick/Eindruck vom jeweiligen Produktangebot geben sollen – so ist es auch in der Reifenbranche. Bloß was steckt eigentlich dahinter und was wird bei Reifen getestet? Die führenden Motorzeitschriften sind in den letzten Jahren verstärkt dazu übergegangen, auch gleich ihre Vorgehensweise beim Testen offenzulegen. Das erleichtert es nicht nur den Verbrauchern, sondern auch den Testabteilungen der Reifenhersteller vermehrt zu realisieren, warum ihre internen Ergebnisse mit jenen der testenden Fachmagazine übereinstimmen oder – auch das gibt es ja – davon abweichen.

Roberto Zazzara (siehe Foto), Leiter Reifenentwicklung bei Semperit, ist zwar auch in die Entwicklung anderer Konzernmarken involviert, seine „Hausmarke“ aber ist die österreichische Semperit, die (Winterreifen-)Marke für den alpinen Raum. Die Anforderungen an Pneus dieser Kategorie sind hoch. Sie müssen sich nicht nur auf Schnee und Eis beweisen, sondern auch auf nasser und trockener Fahrbahn möglichst gute Fahreigenschaften aufweisen, gerade in dem weltweit größten M+S-Reifenmarkt Mitteleuropa.

Inwiefern der Reifen den Anforderungen gerecht wird, wird mit zahlreichen Testdisziplinen geprüft. Diese sind – um nur einige Beispiele zu nennen – ABS-Bremsen, Trockenbremsen, Blockierbremsen, Handling naß, Handling trocken, Rollwiderstand, Aquaplaning quer, Aquaplaning längs, Paßfahren, Abrieb und Traktion. Wer nun glaubt, deswegen müßten M+S-Reifen der Traditionsmarke Semperit auch „nur“ in diesen Regionen bzw.

Nokian beendet Kooperation mit Tofan

Nokian Tyres hat das im November 1997 abgeschlossene Kooperationsabkommen beendet, weil Tofan die qualitativen Erwartungen bei der Herstellung von Landwirtschafts- und Industriereifen für Nokian nicht erfüllen konnte. Momentan laufen bei Nokian Verhandlungen für ein anderes off-take-Abkommen. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Wechsel in der Yokohama-Geschäftsführung

Junichi Okishima, seit fünf Jahren Chef der Yokohama GmbH in Düsseldorf, kehrt in die Zentrale nach Tokyo zum Jahresende zurück. Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Noria Karashima..

Trotz Umsatzsteigerung Rückgang des Operating Profit bei Pirelli

In den ersten neun Monaten verschlechterte sich der Operating Profit des Pirelli-Konzerns auf 231 Millionen Euro (Vorjahr 264 Millionen), obwohl gleichzeitig der Konzernumsatz auf 4.724 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,1 Milliarden) gestiegen ist. Im Reifengeschäft hingegen ist der Umsatz wegen des Preisverfalls und aufgrund negativer Wechselkurseffekte in den ersten neun Monaten um 151 Millionen Euro auf 1.

Neuer Vertriebschef bei Vredestein Deutschland

Achim Saurer (37), zuvor Bridgestone, tritt am 1. Januar 2000 in die Dienste von Vredestein Deutschland. Er wird Günter Nohr ablösen, der im Laufe des Jahres 2000 in vorzeitigen Ruhestand geht.

Altreifenrecycler in Schwerin auf der Suche nach Lösungsansätzen

Unter dem Titel „Recycling von Altreifen in Deutschland – Aktuelle Lage und Möglichkeiten für die Zukunft“ fand Mitte Oktober eine zweitätige Konferenz im Festsaal des Schweriner Schlosses statt. Das Umweltministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie der Europäische Reifenrecycling Verband „ETRA“ (= European Tyre Recycling Association) hatten gemeinsam zur ersten Kongressveranstaltung dieser Art auf deutschem Boden eingeladen, die Bestandteil einer von der ETRA durchgeführten europäischen Informationsreihe ist, die im Rahmen jährlicher „Regional Information Briefings“ aktuelle Fragestellungen und Probleme der Reifenrecyclingbranche aufgreifen und diskutieren will, um schließlich zu gemeinsamen Lösungsansätzen zu kommen. Das Konferenz-Programm wurde mit einem Vortrag über den aktuellen Stand der Altreifen-Recyclingindustrie in Deutschland eröffnet.

Im Anschluss referierten/diskutierten die annähernd 100 Experten aus den Bereichen Reifenhandel/-verwertung, Runderneuerung, Materialgewinnung, Bauwesen/Straßenbau, Technologie, Anlagenbau, Abfallwirtschaft und Förderwesen mit Behördenvertretern sowohl den aktuellen Stand der Verwertungstechnologie als auch die Möglichkeiten zur Erschließung neuer Märkte für Recyclingprodukte aus Altreifen. Im Verlauf der Konferenz wurde allerdings deutlich, dass neben einem verbreiteten Mangel an technologischem Know-how insbesondere auch hinsichtlich der Vermarktung der Recyclingprodukte noch erhebliche Defizite zu verzeichnen sind. Zum einen, weil die Nachfrage nach entsprechenden Erzeugnissen begrenzt ist, zum anderen, weil – von wenigen Ausnahmen abgesehen – sowohl innovative Produktideen, die diesen Namen wirklich verdienen, als auch adäquate Marketingkonzepte gegenwärtig fehlen.

Erfolge für Bridgestone

184 von 30.0000 General Motors-Zulieferern wurden als „Lieferant des Jahres“ ausgezeichnet. Bridgestone erhielt dabei die Auszeichnung bereits zum vierten Mal in Folge, und auch bei der BMW AG konnte sich der Reifenhersteller in der Kategorie der 30 besten Zulieferer platzieren.

Pneumants „PN 950 Tritec“ nun auch mit W-Index

Für Autofahrer der Mittel- und Oberklasse, die ihre Fahrzeuge auf Breitreifen umrüsten wollen, bietet die Pneumant Reifen GmbH ab sofort über den Reifenfachhandel den „PN 950 Tritec“ auch als W-Reifen an. Der Hochgeschwindigkeitsreifen der ostdeutschen Dunlop-Tochter, bisher schon als ZR-Reifen für Geschwindigkeiten jenseits von 240 Kilometern pro Stunde zugelassen, ist von 15 bis 17 Zoll in insgesamt zehn Dimensionen bis hin zur 40er Serie verfügbar..