Reifenplatz Stuttgart

Im Dezember vergangenen Jahres hat es uns nach Schwaben verschlagen, genauer gesagt nach Stuttgart. Und da wir nicht mit der „Schwäbsche Eisebahne“, sondern mit dem Pkw angereist sind, haben wir konsequenterweise Ulm, Biberach usw. links liegen lassen.

Vielmehr ging es uns wie üblich darum, Service und Beratungsqualität unserer Branche an einem ausgesuchten Standort ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit unserer Frage unspezifischen nach einem Sommerreifen der Dimension 195/65 R 15 91T für das Mercedes-Benz-Modell W202 (C-Klasse), haben wir diesmal (milde ausgedrückt) für einige „Verwirrung“ bei den Mitarbeitern im Verkauf gesorgt. Die Reaktionen reichten von ungläubigem Staunen, über mitleidiges Lächeln, bis hin zu ernsten Zweifeln an unserem Geisteszustand („Sind Sie denn wahnsinnig).

Kein Wunder in einer Region, in der die Umrüstquote bei 80 bis 90 Prozent liegen dürfte und die erst wenige Wochen zuvor von massiven Schneefällen heimgesucht worden ist. Wir ließen uns während des Gespräches allerdings gern von den Vorteilen der Winterpneus überzeugen. Einige Angebote umfassten allerdings sowohl Winter- als auch Sommerprofile, manchmal waren auch einige Ganzjahresreifen dabei.

Um weitere „Irritationen“ am anderen Ende der Leitung zu vermeiden, haben wir bei der telefonischen Preisabfrage diesmal das Fabrikat gewechselt. Während wir uns üblicherweise nach einem 195/65er Michelin Energy MXT erkundigen, fragten wir in Stuttgart nach dem Preis für einen Pirelli W 190 Snowsport (ohne Felge) in identischer Dimension und ebenfalls mit Geschwindigkeitsindex „T“..

Gewinne bei Avon Rubber gesunken

Sinkende Pkw-Produktionszahlen in Großbritannien macht die britische Avon Rubber für die Verminderung des Unternehmensgewinns auf nunmehr 3,3 Millionen britische Pfund verantwortlich – das entspricht einem Rückgang von immerhin rund 40 Prozent. So seien beispielsweise allein die direkten Verkäufe an Ford und Rover um 7,6 Millionen auf 27,1 Millionen britische Pfund zurückgegangen. Die Börse reagierte prompt und ließ den Avon-Kurs um knapp drei Prozent nach unten purzeln.

Peter Giffhorn verlässt Volkswagen

Peter Giffhorn, Verkaufschef der Marke VW in Deutschland, verlässt das Unternehmen. Hans-Ullrich Sachs übernimmt die Aufgaben vorläufig..

Goodyear revidiert Fehlentscheidung für die Gadsden Fabrik in Alabama

In Erwartung nachlassender Nachfrage, insbesondere auch aus der Erstausrüstung, schloss Goodyear die Fabrik in Gadsden/Alabama vor wenigen Monaten weitestgehend. Nun müssen unverzüglich 500 bis 550 Leute wieder eingestellt werden, damit der Reifenhersteller der Nachfrage Herr wird..

58. IAA Pkw – Eine Show der Superlative

September ist Messezeit in Frankfurt. In diesem Jahr war fand wieder die IAA Pkw/Motorräder statt – mittlerweile zum 58. Mal.

Knapp 1.200 Aussteller aus 43 Ländern zeigten auf 225.000 Quadratmetern Hallen- und Freigeländefläche die ganze Bandbreite des automobilen Fortschritts.

Dabei war das diesjährige Motto der Ausstellung „Auto: Treffpunkt Zukunft“ durchaus als Programm zu verstehen: 51 Weltpremieren, acht Europa-Premieren und 38 Deutschland-Premieren hatten allein die Automobilhersteller auf dem Zettel. Dabei sind die zahlreichen Innovationen der Kfz-Zulieferer, der Entwicklungspartner der Automobilhersteller, noch nicht einmal mitgezählt. Reifenseitig zeigten neben Michelin noch Continental, Dunlop und Pneumant in Gestalt eigener Stände Flagge auf der IAA.

Ob und was diese Neues zu bieten hatten finden Sie natürlich in unserer Oktober-Ausgabe. Und wir werden auch im nächsten Jahr wieder dabei sein, wenn gewissermaßen der „zweite Teil“ der 58. IAA – also die IAA Nutzfahrzeuge – vom 23.

bis 30. September 2000 unter dem Motto „Nutzfahrzeuge: Für alle auf Achse“ ebenfalls in Frankfurt am Main stattfinden wird. Veranstalter wird auch hier der Verband der Automobilindustrie e.

V. (VDA) sein..

Goodyear und die Aktienkurse

Die Aktien der neuen Nummer eins im Weltreifenmarkt sind Ende September nach Herabstufung durch J.P. Morgan Securities, welche die Goodyear-Aktien zur Zeit nicht mehr als „Kauf“ sieht, um rund zehn Prozent gefallen.

Man befürchtet abnehmendes Vertrauen von Investoren in das Goodyear-Management und damit einen weiteren Kursrückgang. Goodyear sieht demgegenüber keine Basis für diese Herabstufung. Vielmehr gab der Reifenhersteller bekannt, die Ergebnisse des dritten Quartals lägen über den Erwartungen.

Es wird somit eine leichte Kurserholung an der Börse erwartet. Das Goodyear-Management zeigte sich aber weiterhin zu keiner Prognose für das kommende Jahr bereit. Die zurückhaltende Informationspolitik führt zu Befürchtungen, die Dunlop-Übernahme werde die Ergebnisse im kommenden Jahr deutlich nach unten drücken.

Werkstattausrüstung und der Weg vom Reifenhandel zum Autoservice

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Im Rahmen einer Marktumfrage der Goodyear Handelssysteme GmbH Köln (GHS) signalisierten etwa 71 Prozent der Befragten aus dem Reifenhandel Investitionsbereitschaft. Bemerkenswert dabei ist vor allem der hohe Prozentsatz derjenigen Reifenspezialisten, die in den Bereich Autoservice einsteigen bzw. ihn ausbauen wollen.

Mit 64 Prozent der Nennungen liegt dieses Vorhaben unangefochten an der Spitze. Eine klare Aussage, welche Bedeutung diesem Segment beigemessen wird. Zum Service rund um das Auto gehört vor allem eines: Das richtige Equipment.

Und dazu gehören eben auch Gerätschaften, die über die „klassische“ Ausrüstung eines Reifenfachhandelsbetriebes, also Montage- und Auswuchtmaschinen bzw. Hebebühnen sowie Anlagen zur Achsvermessung, hinausgehen. Für ein Vollserviceangebot gesellen sich beispielsweise AU- und Motortestgeräte, Stoßdämpferprüfstraßen oder dergleichen mehr dazu.

Folglich macht sich der Trend zu mehr Autoservice im Reifenhandel auch bei den Werkstattausrüstern bemerkbar. Das ergab jedenfalls eine kurze Umfrage der NEUE REIFENZEITUNG unter den in diesem Segment aktiven Unternehmen. Investitionen scheinen also unabdingbar.

Große Ausgaben sind aber unter Umständen nicht jedem Betrieb bzw. in allen Werkstattbereichen möglich. Also sich doch lieber spezialisieren? Schließlich unterscheiden sich die Bedürfnisse im Kundenservice, bei der Wartung und der Nachrüstung teils erheblich.

Und es ist nicht einfach, Preis, Zeitaufwand und Leistung auszutarieren und dennoch alle potentiellen Kunden zufriedenzustellen. Um den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden zu können, haben nahezu alle Werkstattausrüster verschiedene Produktlinien im Programm – für kleine, mittlere und große Betriebe. Die Entscheidung, wie viel in welche Gerätschaften investiert wird, kann allerdings niemand den Verantwortlichen in den Betrieben abnehmen.

Übrigens, nachdem wir uns im September im Produktbereich auf die Reifenmontage bzw. das Auswuchten konzentriert haben, werden im Oktober-Heft unter anderem Hebebühnen und Achsvermessung ein Thema sein.

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Bridgestone baut jetzt auch in China Lkw- und Busreifen

Bridgestone/Japan hat für 23 Millionen Euro 60 Prozent des Kapitals von Shenyang Santai Tire Co. übernommen. Shenyang Santai Tire hat eine Produktionskapazität von 200.

Neue AS- und Industriereifen von Goodyear

Mitte Mai präsentierte Goodyear die neuen Reifen DT812, IT520 und IT530. Neben der (Fach-) Presse hatten auch zahlreiche Händler den Weg zu der Veranstaltung gefunden. Nach allgemeiner Definition ist der DT812 dem AS- und sind die beiden anderen Großpneus dem Industriereifen-Segment zuzuordnen.

Das Kürzel IT weist die beiden neuen Goodyear-Reifen also als „Industrie-Radialreifen“ für spezielle agrarische Anforderungen aus. Mit dem Kürzel DT wird Goodyear dem teilweise im Markt anzutreffenden diffusen Bezeichnungswirrwarr mit einer klaren Linie begegnen. Das für die Amerikaner wichtigste neue Produkt ist aber der DT812, der bei praktischen Tests (Pflügen, Straßenfahrt, Traktionsmessung, Darstellung der Laufruhe) seinen Technologiesprung gegenüber den Vorgängermodellen aus eigenem Hause unter Beweis stellen konnte und geeignet sein dürfte, in die Phalanx der Marktführerreifen einzubrechen.

Der DT812 ist laut Goodyear ein schlauchloser Niederquerschnittsreifen in Radialbauweise speziell für die neue Generation von PS-starken und schnellen Traktoren, der sowohl im Feld als auch auf der Straße mehr Komfort und Leistung biete. Er ist bei Höchstlast für Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h ausgelegt und will darüber hinaus bei Feldarbeiten mit seiner Manövrierbarkeit überzeugen. Das neue Produkt paßt auf die meisten der modernen kompakten Traktoren und hat eine Eigenschaft, die für anspruchsvolle Landwirte immer bedeutsamer wird: Dank einer prägnanten Seitenwandgestaltung soll der Reifen auch gut aussehen! Der DT812 wird zunächst in der 70er Serie angeboten, und mehr zu der Technik, die in ihm steckt, erfahren Sie im Juni bei uns.

Cooper und Pirelli bilden Allianz in Nord- und Südamerika

1987 hatten die Italiener gegen Bridgestone die Schlacht um Firestone und damit die Chance, sich zu einem Global Player entwickeln zu können, verloren. Trotzig kauften sie bereits sechs Wochen später den Reifenhersteller Armstrong und taten so, als passe dieser genau in die Pirelli-Strategie. Das Joint-venture Goodyear/SRI-Dunlop beantworten die Italiener nunmehr wiederum auf ihre Art, allerdings bereits eine Woche später.

War Armstrong noch gekauft worden, um eine Produktionsbasis für Nordamerika zu haben, in welcher auch und vor allem Pirelli-Reifen produziert werden sollten, war der Erwerb doch Zeichen einer Expansionsstrategie, einer Vorwärtsentwicklung, so ist die strategische Allianz mit Cooper heute zumindest Ausdruck für beides: Angriff und Verteidigung zugleich. Cooper ist neben Goodyear der einzig verbliebene US-Reifenhersteller von Rang. Mit einem Umsatz von deutlich unterhalb zwei Milliarden US-Dollar ist es den Amerikanern stets gelungen, herausragende Gewinne erwirtschaften zu können.

Cooper war lange Zeit der mit Abstand am besten verdienende Reifenhersteller der Welt, mit einem Operating Profit von deutlich über zehn Prozent. Bis zum heutigen Tage verstehen es die Manager aus Findley/Ohio blendend, herausragende Gewinne zu erwirtschaften. Die Cooper-Fabriken sind vermutlich nicht die modernsten der Welt, aber in relativ kleinen Unternehmen wird sparsam mit Geld umgegangen, die Investitionen werden dort vorgenommen, wo sie am wichtigsten sind.

Cooper versteht es, eine Vielzahl von Reifen, einmal die Marke Cooper, aber dann auch eine ganze Reihe von private-brands (Markenrechte bei Cooper) und house-brands (Markenrechte beim Händler) zu produzieren. Der richtige Partner für Pirelli also? Unter anderem damit beschäftigt sich die NEUE REIFENZEITUNG im März..