Im Jahr 2000 setzte Continental weltweit mit Reifen 5,38 Milliarden Euro um. Knapp 50 Prozent trug die Pkw-Division Europa dazu bei. Zum EBIT von 225 Millionen Euro (der Konzern erreichte insgesamt 432 Millionen Euro) lieferte die Division aber knapp 80 Prozent.
Seitdem hat sich der Horizont weiter verdunkelt. Die Zahlen für das Jahr 2001 liegen zwar noch nicht vor, doch es ist völlig klar, dass die Nutzfahrzeugreifen-Division sowie die US-Tochter in größten Schwierigkeiten sind und mit großen Verlusten kämpfen. Stagnierende Umsätze in USA und massive Umsatzverluste im Nutzfahrzeugreifenbereich bescheren dem Konzern in den beiden Sorgensparten einen dreistelligen Millionenverlust in Euro, während man gleichzeitig davon ausgehen kann, dass die Pkw-Division Europa ihren Umsatz weiter steigern konnte und eine EBIT-Marge um zehn Prozent und darüber hinaus erwirtschaftet haben dürfte.
Die Konzernleitung sieht sich heute mehr denn je dem Vorwurf ausgesetzt, die Probleme dieser Divisionen niemals gelöst, sondern nur übertüncht zu haben. So war die "Sanierung" der Nutzfahrzeugsparte u.a.
https://staging.reifenpresse.de/wp-content/uploads/2013/07/20519_00.jpg323400Detlef Vogthttps://reifenpresse.de/wp-content/uploads/2025/09/Reifenpresse-Logo-2025_NEU.svgDetlef Vogt2001-12-23 00:00:002023-05-16 12:02:50Weiterhin Cash-Cow des Continental-Konzerns: Pkw-Division Europa
Nach vom Industrieverband Motorrad e.V. (IVM) zitierten Angaben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) wurden in den ersten elf Monaten 2001 156.
521 Motorradneuzulassungen registriert sowie 67.755 neue Leichtkrafträder und -roller in den Verkehr gebracht. Die Werte der vorangegangenen Saison, wo insgesamt 170.
636 Motorräder und 81.990 Leichtkrafträder/-roller den Weg auf bundesdeutsche Straßen fanden, dürften also unerreicht geblieben sein. Für das Motorradreifengeschäft spielen die Neuzulassungen aber eher eine untergeordnete Rolle.
Wichtiger ist da schon der Fahrzeugbestand – und der liegt in Deutschland mittlerweile bei über fünf Millionen motorisierten Zweirädern. Nicht nur deshalb ist im Markt für Motorradreifen einiges in Bewegung. Schließlich schickte sich Herausforderer Bridgestone schon mehrmals an, an dem „traditionellen“ deutschen Marktführer Metzeler vorbeizuziehen.
Im vergangenen Jahr hat Bridgestone in Deutschland erneut an Fahrt gewonnen, mittlerweile liegen beide Kontrahenten in etwa auf gleicher Höhe. Nicht zu vergessen ist dabei jedoch, dass Metzeler mit der Marke Pirelli der Konzernmutter noch ein weiteres Eisen im Feuer hat. Und in Zukunft will man Metzeler und Pirelli noch eindeutiger voneinander abgegrenzt positionieren.
Metzeler soll hier den eher rationalen Part übernehmen, während Pirelli die Kunden auf emotionaler Ebene ansprechen soll. Bridgestone selbst zeigt sich übrigens ebenfalls davon überzeugt, in dieser Saison einiges im deutschen Markt bewegen zu können. Dabei will der Hersteller von dem Image profitieren, das man im Motorradreifenbereich aufzubauen verstanden hat.
„Wenn Bridgestone im Motorradreifenbereich etwas macht, dann muss es gut sein“, soll sich nach Aussagen von Wolfgang Terfloth, Leiter Verkauf Motorradreifen bei der Bridgestone/Firestone Deutschland GmbH, schon in vielen Motorradfahrerköpfen verankert haben. Die Produkte aus dem eigenen Hause würden gut von den Verbrauchern angenommen, vor allem im Spitzensegment der Sport- und Supersportmotorräder. Gewinner in einem solchen „Kampf“ um Marktanteile ist letztendlich der Kunde, weil sich die Großen der Motorradreifenbranche verstärkt um ihn bemühen.
Zwar neigt sich die Winterreifensaison 2001/2002 so langsam ihrem Ende entgegen, doch Reifenhersteller Nokian schaut bereits in die Zukunft. So schätzen die Finnen, dass der Absatz von Pneus für die kalte Jahreszeit – trotz der eher kurzen Kälte-/Schneeperioden der letzten beiden Jahre – weiterhin zunehmen wird. Um rund 19 Prozent sollen die Verkaufszahlen von Winterreifen bis 2006 im Vergleich zu heute steigen.
Ein Wachstum wird dabei vor allem auch im Segment der bis 240 km/h zugelassenen Reifen (V-Index) und bei Winterbereifungen für SUV-Fahrzeuge (Sport Utility Vehicles) erwartet. Nicht verwunderlich daher, dass sich Nokian ein Stück dieses größer werdenden Kuchens sichern will. „Wir sind zwar noch relativ klein“, erklärt Dieter Köppner, Geschäftsführer der Nokian Reifen GmbH mit Sitz in Nürnberg, „aber wir sehen durchaus Chancen, im deutschen Markt zu wachsen – und das eher im Winterbereich als im Sommerreifensegment.
“ Aus diesem Grund hat der finnische Reifenhersteller Nokian auf dem firmeneigenen Testgelände in Ivalo/Finnland mit dem Winterreifen „WR“ den Nachfolger des bisherigen „NRW“ vorgestellt. Laut Hersteller wurde der neue Pneu gegenüber dem Vorgängermodell in vielen Details verbessert. Das Größensortiment des „WR“ reicht von 14 bis 18 Zoll.
Mit der Größe 235/50 R 18 W XL (XL steht für Extra Load, also ohne Lastabschlag) ist darunter eine Version mit W-Index (bis 270 km/h). Damit reklamiert Nokian für sich, als weltweit erster Hersteller einen Winterreifen dieser Geschwindigkeitsklasse anbieten zu können. „Wir beweisen damit, dass wir in der Lage sind, einen solch anspruchsvollen Reifen entwickeln zu können“, so Köppner.
An den Handel soll der „WR“, den es darüber hinaus in zwölf Größen für SUV-Fahrzeuge gibt, ab Mai ausgeliefert werden. Die Preisfindung für den neuen Reifen ist noch nicht abgeschlossen, vermutlich wird der WR aber etwas teurer sein als sein Vorgänger. Denn schließlich soll der neue Reifen ja mehr Leistung bieten und dabei noch länger halten.
https://staging.reifenpresse.de/wp-content/uploads/2013/07/20521_2255.jpg234150Detlef Vogthttps://reifenpresse.de/wp-content/uploads/2025/09/Reifenpresse-Logo-2025_NEU.svgDetlef Vogt2001-12-23 00:00:002023-05-16 12:02:50Neuer Winterreifen Nokian WR mit Freigabe bis zu 270 km/h
Die verlustträchtige Handelskette NTS hat der Konzern im Wege eines Management Buyout endlich abstoßen können und sich damit eines Verlustbringers entledigt. Dem Vernehmen nach sind allein in den letzten drei Jahren Verluste in der Größenordnung von 50 Millionen Euro zu verkraften gewesen. Auch die Handelskette Vergölst hat mit einem Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro im Vorjahr einen saftigen Verlust wieder mal nicht vermeiden können.
Wie der Chef der Handelsaktivitäten des Konzerns, Dr. Hartmut Wöhler, im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG jedoch versicherte, soll es nach einem nahezu zweistelligen Millionenverlust im letzten Jahr nun geradewegs auf eine „schwarze Null“ hinaus laufen. Neben anderen Gründen nannte Wöhler als Grund für die unbefriedigenden Ergebnisse, dass in den letzten 20 Jahren das Management bei den diversen Handelsunternehmen zu oft gewechselt hat, so dass keine Kontinuität herzustellen war.
https://staging.reifenpresse.de/wp-content/uploads/2013/07/20516_2215.jpg175150Christian Marxhttps://reifenpresse.de/wp-content/uploads/2025/09/Reifenpresse-Logo-2025_NEU.svgChristian Marx2001-12-23 00:00:002023-05-16 12:06:40Continental ordnet die Handelsaktivitäten neu
In immer mehr Berichten kommt zum Ausdruck, dass sich der Ford-Konzern tatsächlich wieder auf sein Kerngeschäft besinnt und sich von Kwik-Fit mitsamt allen Tochtergesellschaften trennen wird. In Presseberichten heißt es, Kwik-Fit sei etwa 1 Milliarde US-Dollar wert..
https://reifenpresse.de/wp-content/uploads/2025/09/Reifenpresse-Logo-2025_NEU.svg00Detlef Vogthttps://reifenpresse.de/wp-content/uploads/2025/09/Reifenpresse-Logo-2025_NEU.svgDetlef Vogt2001-12-21 00:00:002023-05-16 12:02:50Rätselraten um Kwik-Fit. Was plant Ford?
Pit-Stop, der deutsche Ableger von Kwik-Fit, betreibt derzeit in Deutschland 230 Outlets und kommt auf einen 100 Millionen Euro übersteigenden Umsatz. Gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG zeigte sich Geschäftsführer Ben Anzalichi mit dem erreichten Ergebnis ebenfalls zufrieden, der EBIT tendiere in Richtung eines zweistelligen Prozentsatzes vom Umsatz. Pit-Stop bleibt expansiv.
Etwa 23 bis 24 Prozent des Umsatzes werden mit Reifenverkauf und verbundenen Serviceleistungen erzielt. Hauptlieferant ist Bridgestone/Firestone..
https://reifenpresse.de/wp-content/uploads/2025/09/Reifenpresse-Logo-2025_NEU.svg00Detlef Vogthttps://reifenpresse.de/wp-content/uploads/2025/09/Reifenpresse-Logo-2025_NEU.svgDetlef Vogt2001-12-21 00:00:002023-05-16 12:02:51Pit-Stop blickt auf erfolgreiches Jahr zurück
Siemens VDO Automotive AG hat für das Reifendruck-Überwachungssystem „Tire Guard“ neue Bestellungen im Gesamtwert von mehr als 400 Millionen Euro verbuchen können. Vier weitere (namentlich nicht genannte) Automobilhersteller aus Europa, Japan und den USA hätten sich für die Innovation entschieden. Eine erste Ausstattung mit dem „Tire Guard“ soll es in einem europäischen Fahrzeug bereits ab 2002 geben.
Bis 2005 erwartet die Branche einen deutlichen Anstieg der Nachfrage auf mindestens 25 Millionen Systeme im Jahr. Um eine noch schnellere Marktdurchdringung zu erreichen, hat Siemens VDO im September 2001 eine Allianz mit Reifenhersteller Goodyear geschlossen..
https://reifenpresse.de/wp-content/uploads/2025/09/Reifenpresse-Logo-2025_NEU.svg00Detlef Vogthttps://reifenpresse.de/wp-content/uploads/2025/09/Reifenpresse-Logo-2025_NEU.svgDetlef Vogt2001-12-21 00:00:002023-05-16 12:02:51Aufträge im Wert von 400 Mio. Euro für Reifendruck-Überwachungssysteme von Siemens VDO
Bereits seit Jahren kooperiert Michelin mit dem jugoslawischen Reifenhersteller Tigar (Pirot/Serbien). Diese Zusammenarbeit resultiert aus einer Verbindung aus 1978 zwischen Tigar und BFGoodrich, jetzt Teil der Michelin-Gruppe, und wurde dieser Tage vertraglich neu geregelt..
Im November entwickelten sich die Geschäfte für Goodyear in den USA entsprechend dem zurzeit in Nordamerika vorherrschenden Trend: Etwa sechs Prozent weniger Reifen wurden vergangenen Monat im Ersatzgeschäft abgesetzt, in der Erstausrüstung liegt das Minus bei fünf Prozent. Deshalb wird der Konzern an seinen dort geplanten Produktionskürzungen festhalten. In Europa verzeichnete man bei Pkw-Reifen-Ersatzmarkt einen Anstieg der Verkaufszahlen um elf Prozent, während das Nutzfahrzeugreifensegment stagnierte.
Die Erstausrüstung ist um rund 26 Prozent eingebrochen. In Osteuropa wurden mehr zwar mehr Winterreifen ausgeliefert, aber dennoch scheinen die Lager des Handel immer noch gut gefüllt zu sein. Der Erstausrüstungsmarkt dieser Region steht unter Druck, weil die Fahrzeugproduktion in Polen und der Türkei zurückgefahren wurde und es außerdem zu Abwertungen der türkischen Lira und des südafrikanischen Rand gekommen ist.
Die Reifenersatzmärkte in Brasilien und Mexiko verzeichneten Rückgänge bei steigendem OE-Absatz. Einzig im asiatischen Raum wurde sowohl im Ersatz- als auch im Erstausrüstungsgeschäft eine positive Entwicklung registriert. In beiden Märkten konnte eine Verbesserung des Produktmixes ungünstige Wechselkursentwicklungen kompensieren.
Das Managementkomitee des britischen Verbandes TIC (Tyre Industry Council) hat sich mit Ashley Croft, Geschäftsführer von Stapleton’s Tyre Services Ltd., sowie Kwik Fit-Business Director Mike Craddock personell verstärkt. Beide sollen das bisherige TIC-Team bei der Planung und der Entwicklung einer Strategie für die kommenden fünf bis zehn unterstützen.