Der Flügelschuh lahmt – Analysten stufen Goodyear herunter

Auch im August 2002 ist The Goodyear Tire & Rubber Co. keine Wende gelungen. Das Unternehmen hat sich im US-Ersatzgeschäft weit schlechter entwickeln können als der Markt.

Insbesondere mit House- und Private Brands war der Reifenhersteller in Nordamerika wenig erfolgreich. Klammere man den Rückruf-Effekt von Firestone-Reifen durch Firestone (6,5 Millionen Reifen) und Ford (11,5 Millionen Reifen) aus, so hätten die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr dann allerdings doch zugenommen, sagt der Hersteller. Der im Vorjahr völlig auf dem Boden liegende Markt für Lkw-Reifen entwickelte sich im August für die Industrie um 18 Prozent besser als im Vorjahr, allerdings konnte Goodyear hier auch nur moderat zulegen.

In Westeuropa ist das Bild nur etwas freundlicher. Die Absätze von Pkw- und Nutzfahrzeugreifen gingen weniger stark zurück als die der Industrie insgesamt. In Osteuropa, Asien und Lateinamerika konnte der Hersteller im Ersatzgeschäft jeweils leicht zulegen, nicht aber im Erstausrüstungsgeschäft.

Inzwischen hat Rod Lache, Analyst der DB Securities in New York, der bisher Goodyear sehr optimistisch bewertet und begleitet hatte, die Erwartungen gesenkt und die Empfehlung von „buy“ auf „hold“ gesetzt, was bei einem Tiefstkurs von jetzt exakt 12 US-$ wohl auch nicht anders zu machen sein wird. Analysten von J.P.

Morgan sind ebenfalls sehr viel reservierter geworden. Es wird erwartet, dass noch in dieser Woche weitere entsprechende Empfehlungen folgen werden. Lache sieht Goodyear jedenfalls ggf.

sogar vor der Notwendigkeit, die Kosten nochmals und auch die Dividende reduzieren zu müssen oder gar völlig ausfallen zu lassen, nachdem sich die lang erwartete Nachfragesteigerung nicht zeige. Da die Produktionszahlen von Lastkraftwagen niedriger als erwartet geblieben und die Rohstoffkosten (Öl plus 40 %) und Kautschuk (plus 50 %) seit Dezember letzten Jahres angestiegen seien, müsse man die Gewinnerwartungen nach unten korrigieren. Lache meint auch einen Wandel in der Goodyear-Strategie zu sehen dergestalt, dass der Hersteller wieder mit Macht nach Marktanteilszuwächsen suche, was eine Anhebung der Preise um so schwieriger mache.

Schließlich seien bisher schon die Bemühungen des Managements, bei den großen Abnehmern dringend erforderlich gewordene Preiserhöhungen durchzusetzen, nicht erfolgreich gewesen. Wenngleich Lache auch einige Aufwärtstendenzen in der Zukunft für möglich hält, werde er die Aktie erst wieder als “Kauf” empfehlen, wenn er einen Beweis für die Ertragsverbesserung bekomme. In Bezug auf Michelin und Continental bleiben die Analysten zuversichtlich, Bridgestone wird weiter auf dem Erholungspfad nach dem Reifenrückruf im letzten Jahr gesehen.

Goodyear gibt Pensions-Fond neue Aktien

Zur Verringerung der Unterdeckung seines Pensions Fonds hat Goodyear 11,3 Millionen Aktien neu ausgegeben und diese dem Pensionsfond zur Verfügung gestellt. Der Wert betrug am Wochenanfang nach Firmenangaben 140 Millionen US-Dollar. Goodyear hat allerdings noch bis 2004 Zeit, die Unterdeckung von jetzt immer noch mehr als einer Milliarde US-Dollar zu beheben, die auf den Kursverfall der Goodyear-Aktie sowie auf höhere Pensionsverpflichtungen in Folge immer neuer Restrukturierungswellen zurück zu führen sind.

Ein Sprecher des Pension Rights Center in Washington bewertete positiv, dass der Hersteller jedenfalls etwas tue, allerdings wäre „cash“ besser und angebrachter gewesen. Gegen alle Kritik verteidigt das Management in Akron die Vorgehensweise und sieht sich sogar veranlasst darauf hinzuweisen, dass bis zum heutigen Tage ja wohl noch kein einziger Pensionär seinen Scheck nicht pünktlich bekommen hätte..

Rückruf von Continental-Reifen in den USA (Update)

Nach Angaben von Conti-Sprechern in Charlotte läuft der derzeitige Rückruf von rund 600.000 Reifen nach Plan; aus dem Markt ist allerdings von Händlern zu hören, dass die notwendigen Ersatzreifen nicht immer rechtzeitig zur Verfügung stünden..

Bayerische Innungsversammlung

Die Landesinnung des Bayerischen Vulkaniseur- und Reifenmechaniker-Handwerks hält ihre Herbstversammlung am 18. September in Karlsfeld bei München ab. Bis Ende letzter Woche ließ die Zahl der Anmeldungen noch zu wünschen übrig.

Dank neuer Reifentypen leisere Lastwagen

Nachdem die TÜV Automotive GmbH (München) im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) in Berlin 32 verschiedene Reifen untersucht hatte, ist die Behörde nach Informationen des Transportweb-Newsletters zu dem Schluss gekommen, dass Lastkraftwagen und Busse ohne großen Aufwand leiser fahren könnten, wenn sie Reifen mit geringem Rollwiderstand benutzen würden. Die ab August 2003 verbindlich geltenden Geräuschvorschriften könnten nach UBA-Aussagen schon jetzt mit neuen Reifentypen eingehalten und unterboten werden, zudem sinke der Spritverbrauch zwischen vier und zwölf Prozent..

Kumho Tire Company unterstützt TRIB

Nach Bridgestone/Firestone, Cooper, Dunlop, Goodyear, Hankook, Hercules, Kelly-Springfield, Michelin, Sumitomo und Yokohama ist die Kuhmo Tire Company als nunmehr elfter Neureifenhersteller Mitglied der US-amerikanischen Runderneuerungsvertretung TRIB (Tire Retread Information Bureau) geworden. Wie TRIB-Geschäftsführer Harvey Brodsky betont, stehe man auch in engem Kontakt mit weiteren Neureifenherstellern, die man gerne für eine Zusammenarbeit gewinnen möchte. Was das TRIB im Bereich Runderneuerung leiste, komme schließlich – so Brodsky – der gesamten Nutzfahrzeugreifenindustrie zugute.

Michelin schafft mit Jaguar den Sprung aufs Siegerpodest

Mit dem dritten Rang beim Großen Preis von Italien sicherte Jaguar-Pilot und Michelin-Partner Eddie Irvine das beste Rennergebnis für das britische Werksteam in der laufenden Saison. Der Nordire hatte die aufstrebende Formkurve der grünen Raubkatzen bereits im Qualifying mit der sechstschnellsten Zeit untermauert. Vor dem Grand Prix durfte er sich gar auf dem fünften Startplatz einreihen, nachdem McLaren-Mercedes-Junior Kimi Räikkönen nach einer Kollision mit dem Jordan des Japaners Takuma Sato von Fünf auf Sechs zurück gestuft worden war.

Mit den Rängen vier und fünf reicherten die Renault-Piloten Jarno Trulli und Jenson Button das Punktekonto ihres Teams um fünf weitere Zähler an und führten damit im Kampf um den vierten Rang in der Konstrukteurs-WM eine wichtige Vorentscheidung für die französische Equipe herbei. Die Michelin-Partner BMW WilliamsF1 und McLaren Mercedes verfehlten in Monza die Punkteränge, obwohl sowohl Ralf Schumacher als auch Juan Pablo Montoya – der Gewinner des Qualifyings – den Grand Prix zu Rennbeginn angeführt hatten..

Totaler Ferrari-Triumph in Monza

Im Qualifying war es nicht ganz so gut gelaufen, doch dafür sorgten die beiden Ferrari-Piloten von Anfang an für Klarheit. Barrichello, der vom vierten Platz gestartet war, setzte sich gleich zu Beginn an die Spitze des Feldes und auch die Pole Position brachte Montoya nicht wirklich weiter. Nahezu mühelos musste er sich von Michael Schumacher schon nach wenigen Runden auf einer langen Geraden überholen lassen.

Von da an war alles gelaufen. Die roten Ferrari scheinen weiterhin ohne ernsthafte Konkurrenz zu sein. Ob bei Regen oder in glühender Sonne, die Bridgestone-Reifen sind mehr als nur wettbewerbsfähig.

Yokohama präsentiert sich auf der Motorshow in Paris

Auf der Motorshow in Paris (paris Mondial de l´automobile 2002) vom 28. September bis 13. Oktober 2002 präsentiert der Reifenhersteller Yokohama seine AVS Hochleistungsreifen.

Die Motorshow in Paris ist die älteste Motorshow der Welt. Die im zweijährigen Wechsel mit der IAA in Frankfurt stattfindende Messe hat ihren geschichtlichen Ursprung schon im Jahre 1884. Beim letzten Mal stellten ca.

Reifen-Aktien: Weiter auf niedrigem Niveau

Während die Aktien von Continental (+8 %), Toyo Tyres (+7 %), Sumitomo Rubber Industries (+6 %) und Cooper (+5 %) gegenüber der Vorwoche von ihrem niedrigem Niveau aus zulegen konnten, verharrten Goodyear-Aktien auf dem tiefsten Stand des Jahres.