Wirtschaftskrimi beim Berliner Reifenwerk

Beim Berliner Reifenwerk (BRW) ermittelt die Staatsanwaltschaft, Subventionsbetrug und Bilanzfälschungen sind die am häufigsten genannten Delikte, wegen der recherchiert wird. Das BRW sollte mit einem finanziellen Kraftakt zu einem industriellen Vorzeigeprojekt der Nachwendezeit entwickelt werden. Unter dem Stichwort "BRW 2000" sollten 187 Millionen Mark investiert werden.

88 Millionen wurden an Investitionsgeldern bewilligt. Bislang haben die Senatsverwaltung bzw. die Investitionsbank Berlin wohl 46,1 Millionen Mark Fördergelder ausgezahlt.

Deren Verbleib prüft ein Insolvenzverwalter. Die Mitarbeiter haben zum Teil seit März keine Löhne mehr erhalten und sind im Juli in Streik getreten. Derzeit wird ein branchenerfahrener neuer Geschäftsführer gesucht.

Denn der Verkauf des BRW an ein amerikanisches Investmenthaus namens CERXnet könnte, weil noch nicht in Deutschland notariell beurkundet, unwirksam sein. Wenigstens drei potenzielle Investoren haben sich vor Ort umgesehen, darunter ein mittelständischer deutscher Runderneuerer. Was aus dem wertvollen Schmöckwitzer Grund und Boden wird, ist auch eine politische Entscheidung, bei der sich industrielle Interessen und solche der Umwelt gegenüber stehen.

Bedauern von Bridgestone

In einer Rede vor US-amerikanischen Senatoren hat sich Bridgestone/Firestone-CEO Masatoshi Ono sein Mitgefühl für die Familien zum Ausdruck gebracht, die "ihnen nahe stehende Menschen durch die schrecklichen Überschlagsunfälle verloren hätten." Diese Äußerungen werden teilweise dahin gehend interpretiert, einen Teil der Schuld auch dem Ford Explorer zuschieben zu wollen. Von Ford-Chef Jacques Nasser wird berichtet, es sei der Meinung, die ganze Sache stehe doch wohl eher mit den Reifen als mit den Fahrzeugen in Zusammenhang.

Lieber in General Motors-Aktien gehen

Börsen-Analysten empfehlen, derzeit lieber in General Motors- als in Ford-Aktien zu investieren. Ford ist nunmehr voll im Visier der Öffentlichkeit und auch voll im Visier der Börse in Nordamerika. Ford-Aktien gingen in diesen Tagen um gleich 13 % nach unten.

Dem Management wird vorgeworfen, bereits seit zwei Jahren über Vorgänge informiert gewesen zu sein, die nun zunächst nur zum Rückruf von Firestone-Reifen geführt haben. Verbraucherbehörden verlangen detailliert Auskunft darüber, ob Ford an dem in die Kritik geratenen Explorer in Venezuela Fahrwerksveränderungen vorgenommen hat oder nicht. Der Explorer ist das meist verkaufte SUV-Vehikel in Nordamerika und war bisher die Cash-Cow des Automobilherstellers.

Allerdings ist die Reaktion der Börse überzogen, weil die Kursverluste einen Wertverlust von zehn Milliarden US-Dollar zum Ausdruck bringen. Selbst im schlimmsten Fall dürften die tatsächlichen Verluste nicht einmal zehn Prozent dieser Summe ausmachen..

Börsengang der ThyssenKrupp-Stahltochter musste gestoppt werden

Der ThyssenKrupp-Konzern kann den für September 2000 geplanten Börsengang seiner Stahltochter nicht durchführen, weil sich bereits im Vorfeld ein großes Desinteresse institutioneller Anleger zeigte. Der Konzern rechnete bis zuletzt noch stets mit einem Unternehmenswert für die Stahltochter von rund vier Milliarden Euro. Ein Übernahmeversuch der Continental AG durch die ThyssenKrupp AG, die den Konzernumbau in einen Technologiekonzern aber weiter mit Hochdruck betreiben will, scheint damit zurzeit eher unwahrscheinlich.

Preiserhöhung für Nutzfahrzeugreifen von Pirelli

Pirelli Deutschland hat eine Preiserhöhung von 2,5 Prozent zum 1. September 2000 für Lkw- und Tiefladerreifen angekündigt. Als Grund wird die anhaltende Verteuerung von Rohstoffen genannt.

Neuer Leiter Ersatzgeschäft Landwirtschaftsreifen bei Vredestein

Steffen Sowa, seit sechs Jahren in Diensten des holländischen Reifenherstellers Vredestein, übernimmt zum 1.Januar kommenden Jahres die Leitung Ersatzgeschäft Landwirtschaftsreifen..

Produktionsabkommen zwischen Nokian und Michelin unter Dach und Fach

Zwei Abkommen mit einer Laufzeit von drei Jahren regeln nunmehr die Off-Take-Produktion von Landwirtschafts-, Industrie- und Lkw-Reifen unter dem Markennamen Nokian zwischen den Finnen und Michelin. Die Reifen werden im polnischen Werk der Franzosen produziert, und der Verkauf der Landwirtschafts- und Industriereifen soll noch in diesem Jahr beginnen. Anfang 2001 folgen dann die Lkw-Pneus.

Schnitzler verlässt Yokohama

Wolfgang Schnitzler und Yokohama haben sich mit sofortiger Wirkung getrennt. Die Vertriebsleitung liegt nun in den Händen von Uwe Arnhölter und von Helmut Haak. Harald Jacksties behält die Marketingleitung.

Preiserhöhungen auch von Michelin

Michelin hat eine Preiserhöhung von vier Prozent über das gesamte Programm und über alle Marken hinweg beschlossen. Die neuen Preise gelten ab Oktober 2000. Als Grund für die Preiserhöhung werden u.

a. weiter steigende Rohstoffpreise (beispielsweise Kautschuk, Rohöl, Gummiruße) genannt. Die Produktlinien Landwirtschaftsreifen Michelin und Kléber sind allerdings nicht betroffen, denn hier hatte man die Preise bereits zum 1.

Bridgestone/Firestone Deutschland: auf weiteres Wachstum vorbereitet

Hohe Zuwachsraten im Winterreifengeschäft bescherten Bridgestone/Firestone einen starken Jahresabschluss 1999. Mit dem „WT 12“ und dem „FW 930“ konnten die Umsatzzahlen gegenüber dem Vorjahr laut Geschäftsführung weiter verbessert werden. Damit dies keine einmalige Sache bleibt, will man im Frühjahr mit dem „Bridgestone RE 040“ einen neuen Hochleistungs-Breitreifen vorstellen.

Man findet ihn bereits in der Erstausrüstung auf dem neuen BMW Z8. Der „Firestone FH 590“ soll im Standardreifenbereich überzeugen. Eine neue Abteilungsstruktur in Bad Homburg – Vertrieb, Logistik und EDV wurden enger miteinander verzahnt – soll sowohl die Arbeitseffizienz als auch die Kundenfreundlichkeit erhöhen.

In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Erstausrüstung deutlich angestiegen und macht jetzt knapp ein Drittel des Absatzes aus, aber auch der freie Reifenhandel stellt weiterhin eine wichtige Basis der Geschäftsaktivitäten dar. Hinzu kommen andere Vertriebskanäle wie Kooperationen, regionale Ketten und Autohäuser, deren spezielle Anforderungen vor allem als Chance gesehen werden, zusätzliches Know-how zu erwerben und Bedürfnisse des Marktes noch schneller zu erspüren. Die gesamte Kommunikationsarbeit von Bridgestone/Firestone Deutschland wird auch in diesem Jahr bewusst rund um die Themen Motorsport und speziell Formel 1 angesiedelt.