Neue Preisrunde in der Erstausrüstung

Einige Zulieferer haben sich bereits beim VDA (Verband der Automobilindustrie) über das aktuelle Gebaren der Automobilhersteller beschwert, die mit der „Rasenmähermethode“ von ihren Lieferanten Preisnachlässe in Sphären von drei bis fünf Prozent verlangen; namentlich genannt wird vor allem DaimlerChrysler. Auch BMW kartet nach, während Audi einem Bericht der FAZ zufolge eigene Mitarbeiter zu den Lieferanten schicke, die dort Einsparpotenzial erschließen sollen: Was dort gefunden werde, sollten sich Autohersteller und Zulieferer teilen. Die Hersteller von Standardprodukten, die relativ leicht austauschbar sind, können am ehesten unter Druck gesetzt werden.

Sumitomo marschiert nach China

Gleich mehr als 400 Reifenverkaufsstellen plant Sumitomo Rubber Industries (SRI) in China innerhalb von zwei Jahren einzurichten, um bis 2010 etwa zehn Prozent Marktanteil im Lande zu erreichen. Das erste SRI-Reifenwerk soll im kommenden April eröffnet werden. Zur Realisierung des Plans hat SRI ein Jointventure mit Tyre Pacific (Hongkong) gegründet, bislang hatte der japanische Reifenhersteller keine nennenswerten Verkaufsaktivitäten in China gezeigt.

Pirelli verbindet Europa und Afrika

Pirelli wird 30 Kilometer Stromkabel liefern, das auf dem Meeresgrund von Gibraltar verlegt wird und die Länder Spanien und Marokko miteinander verbindet. Das Projekt hat einen Auftragswert von etwa 60 Millionen Euro, das Kabel wird im Pirelli-Werk Arco Felice (Neapel) hergestellt. Parallel zum Stromkabel werden auch Telekommunikationsleitungen verlegt, für die ein Konsortium den Zuschlag erhielt, das auch wiederum von Pirelli mit Glasfiberleitungen beliefert wird.

Ist alles schon „in trockenen Tüchern?“ (Update)

Die im August 2003 von Thomas Schwarz gegründete Reifen Schwarz Vertriebs GmbH soll das 77 Jahre alte und derzeit in Zahlungsnöten befindliche Familienunternehmen in wesentlichen Teilen übernehmen und fortführen, das ist der Passauer Neue Presse zu entnehmen. Das ist der wesentliche Inhalt des ziemlich überraschenden Ergebnisses, das der Presse am Freitag übermittelt worden ist. Die Fortführung sei möglich durch die Zusammenarbeit der Lieferanten Continental, Dunlop und Michelin sowie durch die Gründung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt.

Diese Entwicklung überrascht, denn zum Ende der Woche hin hatte sich der Eindruck immer mehr verstärkt, dass zwei von drei Reifenherstellern das so bezeichnete Sanierungskonzept doch nicht mittragen würden, denn es geht nicht nur um die Frage der erneuten Belieferung, sondern um Einräumung neuer nicht unerheblicher Lieferantenkredite auf nicht abzusichernder Basis. Zudem ist das Timing ungünstig, weil der Branche nun eine saisonal bedingte Durststrecke von drei Monaten bevorsteht. Theres und Thomas Schwarz kündigten das Einbringen erheblicher finanzieller Eigenmittel durch die Familie Schwarz an.

Nach Erkenntnissen der Neue Reifenzeitung müssen dies mindestens 500.000 Euro in bar sein. Doch damit allein wäre auch noch nicht viel gewonnen.

Als grober Erfahrungssatz gilt, dass für eine Niederlassung jeweils 100.000 Euro in Geld- oder Sachwerten einzubringen sind, wenn der Geschäftsbetrieb Aussicht auf Erfolg haben soll. Diese Zeitschrift hat nach wie vor aber weiter Anlass zu zweifeln, dass eine Zusammenarbeit der drei oben genannten Reifenhersteller abgesprochen und gesichert ist.

Thomas Schwarz hatte in der vergangenen Woche bereits gesagt, sein Konzept lehne sich an das der Firma Bridgestone, das allerdings nicht förderungsfähig gewesen sei, an. Selbst wenn das so richtig wäre, hätte es Gläubigern und Belegschaft letztlich egal sein können, weil ein Weltkonzern wie Bridgestone Zusagen so oder so einhalten kann. Allerdings wurde nicht ausdrücklich erwähnt, dass ein solch ähnliches Konzept nun schon als förderungsfähig anerkannt ist.

Offenbar laufen Gespräche und Verhandlungen zwischen denen, die es angeht, immer noch. Über den Verlauf der Mitarbeiterversammlung am Samstag Vormittag –die Presse war ausgeschlossen- gibt es unterschiedliche Aussagen. Die Zeitung „Am Sonntag“ schreibt, einzelne Mitarbeiter hätten von einem „Affenzirkus“ gesprochen.

Nach Einschätzung von Thomas Schwarz „stehen 90 Prozent der Mitarbeiter hinter der Firma.“ Mitarbeitersprecher Hubert Stockmayer bestätigt, dass „die Mehrheit der Mitarbeiter hinter der Geschäftsführung“ steht. Thomas Schwarz konnte allerdings auch dieses Mal noch nicht konkreter werden.

Das noch ausstehende Novembergehalt werde „so schnell wie möglich“ bezahlt und die Firmenleitung sei außerdem bemüht, „so schnell wie möglich wieder lieferfähig zu werden.“ Einstweilen werde die alte Gesellschaft Schwarz eine Einigung mit den Gläubigern anstreben dergestalt, dass es zunächst zu einer Stundung der Forderungen käme und diese dann über Jahre hinweg abgetragen würden. Es dürfte allerdings schwer sein, dafür auch Gläubiger gewinnen zu können, deren Forderungen versichert sind.

Ohnehin sind Vergleichsverhandlungen früher schon geführt worden und an der ablehnenden Haltung von Gläubigern gescheitert. Äußerst überraschend kam auch die Zusage, den Mitarbeitern das Novembergehalt nunmehr zahlen zu wollen. Das würde einen Insolvenzantrag der Reifen Schwarz voraussetzen, so dass es zur Zahlung von Konkursausfallgeld kommen könnte.

Theoretisch besteht auch die Möglichkeit, das Geld aus dem Geschäftsbetrieb der schlingernden Firma Reifen Schwarz zu nehmen; ob das aber die Gläubiger einfach so hinnehmen, muss bezweifelt werden. Der Neustart ist, um es mit den Worten von Thomas Schwarz zu sagen, leider doch noch nicht „in trockenen Tüchern.“ Sollte der Plan mit der Vertriebs GmbH aber wirklich umgesetzt werden können, so dürfte sich Theres Schwarz einen solchen Erfolg anheften.

Sie habe, darin sind sich die Gläubigervertreter einig, nie aufgegeben und sich dadurch viel Respekt und Anerkennung verschaffen können, so dass die Gläubiger stets noch einmal neu und nachverhandelt hätten. Es bleibt nun abzuwarten, ob die entstandenen Hoffnungen auch erfüllt werden können..

Goodyear: Bonität nochmals abgewertet?

Das neuerliche Eingeständnis von „Buchungsirrtümern“ die nun in Europa vorgekommen sein sollen, setzen das Spitzenmanagement massiv unter Druck und Fragen werden laut, ob diesem Management der Turnaround noch zugetraut werden kann. Auf dem Message-Board wird bereits gehöhnt, der Turnaround-Plan sei so solide wie Buchungsfähigkeiten. Sicher sei wohl nur, dass die Boni und sonstigen Extras für Spitzenmanager fehlerfrei gebucht seien.

Die Stimmung im Hauptquartier kann als sehr schlecht beschrieben werden. Dieser weitere Rückschlag stellt Keegans Fortune in Frage und auch die Arbeit seines Finanzchefs Tieken. Noch vor circa zwei Jahren soll Tieken im internen Kreis jeden Gedanken an zu hohe Schulden oder gar Überschuldung weit von sich gewiesen und stattdessen erklärt haben, der Reifenkonzern laufe Gefahr wegen seiner guten Finanzausstattung Opfer eines feindlichen Übernahmeversuchs werden zu können.

Nachdem die Rating-Agentur Moody’s vor zwei Wochen Goodyear nochmals abwertete, wird dem Vernehmen nach auch S & P folgen. Damit erschweren und verteuern sich die Kredite für den Reifenhersteller, dessen Anleihen schon als „Müll“ (Junk Bonds) gelten. Sarkastisch beschrieb es ein Bankspezialist: Aus Müll kann auch Sondermüll werden.

Ob Goodyear auch im kommenden Jahr noch die Fähigkeit hat, Anleihen aufnehmen zu können, wird derzeit schon kritisch hinterfragt. Nur das ist sicher: Ohne diese Fähigkeit wäre der Konzern am Ende..

Dunlop ehrt Firmenjubilare

Wie in jedem Jahr hat Reifenhersteller Dunlop zahlreiche langjährige Mitarbeiter des Unternehmens im Rahmen einer besonderen Feier geehrt – diesmal im historischen Bandhaus der Burg Ronneburg. Insgesamt 42 Jubilare blicken auf 25 Arbeitsjahre zurück, sechs Jubilare gehören seit 40 Jahren dem Unternehmen an. Passend dazu präsentierte Dunlop-Personalchef Claude Olinger Bild- und Tondokumente aus den Jahren 1963 und 1978, und Christian Stein, Geschäftsführer der Dunlop GmbH & Co.

KG, dankte den Mitarbeitern für ihren Einsatz und die jahrzehntelange Treue. Die darauf folgende Feier bot den Jubilaren Gelegenheit, gemeinsam mit Kollegen und Lebenspartnern in der Vergangenheit zu schwelgen, die Gegenwart zu erörtern und über die Zukunft zu diskutieren..

Yokohama-Investitionen in Thailand (update)

Yokohama Rubber hat jetzt einige weitere Details zum geplanten neuen Lkw-Radialreifenwerk veröffentlicht. Im Januar soll in Thailand eine neue Gesellschaft gegründet werden, die bis zu 225.000 Quadratmeter Land im Industriegebiet von Amata City (Rayong) für den Bau der Fabrik erwerben soll.

Die Produktionsstätte soll verglichen mit anderen Reifenwerken sehr kompakt und kosteneffizient sein, hauptsächlich sollen 22,5“-Reifen produziert werden. Yokohama hat darüber hinaus angekündigt, möglicherweise weitere Reifenwerke in Thailand bauen zu wollen..

Michelin und IBM vereinbaren langfristige Zusammenarbeit

Michelin und IBM haben eine auf acht Jahre angelegte Vereinbarung getroffen, die einen Gesamtumfang von etwa einer Milliarde Euro hat. IBM übernimmt im Rahmen dieses Outsourcing-Projektes das Management und die Pflege der Michelin-IT-Infrastruktur, wobei ca. 600 Michelin-Angestellte, davon rund 400 in Europa, auf die Gehaltsliste des US-Konzerns wechseln.

Die Vereinbarung sei Teil von Michelins Bemühungen, so „Big Blue“, Qualität in allen Bereichen zu erzielen. IBM wird künftig unter anderem für den User-Support, technische Unterstützung, Server, Workstations, PCs, Software und Produktions-Anwendungen verantwortlich sein..

Bridgestone gibt Lkw-Diagonalreifenvermarktung in Nordamerika auf

Wie das Fachblatt „Modern Tire Dealer“ meldet, stellt Bridgestone die Vermarktung von Lkw-Diagonalreifen in Nordamerika zum Ende 2006 endgültig ein, weil die Nachfrage inzwischen zu schwach wird. Reifen dieser Bauart werden derzeit noch im ältesten nordamerikanischen Bridgestone-Reifenwerk von Des Moines (Iowa, seit 1945 in Betrieb) produziert..

Nachfrageimpulse im Automobilmarkt prognostiziert

Laut „Autoflotte-Online“ rechnen EurotaxSchwacke und B&D Forecast 2004 mit neuen Nachfrageimpulsen auf dem Pkw-Markt. Demzufolge soll das kommende Jahr voraussichtlich eine Wende im Automobilmarkt bringen, da sowohl bei den Besitzumschreibungen als auch den Neuzulassungen ein Ende der Talfahrt abzusehen sei. Als Gründe für diese Einschätzung werden die Einführung neuer Modelle und der latente Ersatzbedarf, der sich durch die Verschiebung geplanter Käufe aufgestaut habe, genannt.